Freitag, 4. Februar 2011

Wie versprochen, wenn auch etwas verspätet hier nochmal einiges zu meiner Arbeit. Ich erkläre nochmal von vorne bis hinten mein Projekt. Wer sich fragt warum, dem sei gesagt: ... naja dem sei erstmal gar nichts gesagt, lest einfach ^^

“Pangarap“ (Filipino für “Traum”) hat drei Einrichtungen. Das Zentrum befindet sich in der Hauptstadt Manila, dort werden männliche Jugendliche aufgenommen, die sich keine Schulausbildung leisten können. Sie wohnen dort im sog. Shelter und besuchen von dort aus die Highschool oder das Collegue und bekommen die Hälfte der Kosten von Pangarap erstattet. Zur zeit wohnen dort ca. 90 Jungs. Das gleiche gibt es in Manila auch für Mädchen und junge Frauen.
Ich selber arbeite in Paliparan, Cavite, ca 30km südlich von Manila.
Die Arbeit, die Pangarap hier übernimmt lässt sich mit dem Begriff "Community Organizing" vielleicht am besten beschreiben. Es gibt Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, einen Kindergarten und sogenannte “Livelyhood-Seminare“, in denen Erwachsene und Jugendliche verschiedene Alltagssituationen zu meistern lernen.
Außerdem geben von Pangarap angestellte Lehrer Jugendlichen im “Alternative-Learning-System” (A.L.S.) die Chance ihren Highschool Abschluss in kleinen Klassen nachzuholen oder parallel zu einer Ausbildung zu machen.
Das “Educational-Assistance-Program” bietet zusätzliche Unterrichtseinheiten für Kinder und Jugendliche. Hier wird z.B. Englisch und Computer Unterricht angeboten. Einige Kinder und Jugendliche (gibt es vielleicht ein Synonym für "Kinder und Jugendliche"??) werden Finanziell unterstützt indem ein Teil ihrer Schulausbildung bezahlt wird und sie mit Materialien wie Papier und Stifte versorgt werden. Auch steht ihnen im Pangarap-Gebäude eine Bibliothek zur verfügung.
Ähnlich wie im Teen/Jugend-Kreis in der FEG gibt es eine Gruppe von Jugendlichen, die sich regelmäßig trifft und in erster Linie Soziale Aktionen plant und Durchführt, Zum Beispiel haben sie zur Weihnachtszeit die ärmsten Haushalte in Paliparan ausgewählt und unter ihnen Geschenkpakete mit Haushaltsgeräten und Lebensmitteln verteilt.
Durch regelmäßige Hausbesuche von Pangarap Mitarbeitern wird festgestellt welche Haushalte für welche Programme in Frage kommen, so werden auch Kinder für das E.A.P. und A.L.S. ausgesucht.
Täglich um 11 Uhr findet eine Essensausgabe statt in der Mütter ihre Kinder für ein warmes Mittagessen vorbei bringen können.
Ein weiterer Punkt der Arbeit hier ist der Umgang mit Jugendgangs, von denen es hier einige gibt. Die Gangs treffen sich meistens nachts um “rumzuhängen”. Oft trinken sie dabei Alkohol oder nehmen Drogen. Meistens kommen die unterschiedlichen Gangs ganz gut miteinander (oder eher nebeneinander) aus und jede hat sozusagen ihr eigenes Revier, doch gelegentlich eskalieren Streitereien in gewaltsamen Auseinandersetzungen in denen auch Messer und selbstgebaute Schusswaffen eingesetzt werden. Von solchen Dingen habe ich bisher wenig mitbekommen, doch von den Sozialarbeitern Pangaraps wurde mir oft über so etwas berichtet und die Jungs hier zeigen mir gerne mal ihre größte Narbe von einer Messerstecherei.
Den Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten sich Sozial in der Community zu engagieren indem sie bei verschiedenen Projekten von Pangarap assistieren. Auch werden verschiedene Livelyhood Seminare für sie angeboten die gut besucht werden. Anscheinend haben viele von ihnen den Willen ihr Leben zu ändern. Für sie besteht die Möglichkeit sich auf einen Platz im “Shelter” in Manila zu bewerben um von dort aus zur Schule zu gehen.
Im April wird für sie ein Mehrtägiges Zeltlager von Pangarap angeboten.
Pangarap ist eine Christlich-Katholische Organisation. Im Shelter in Manila finden mit den Jugendlichen regelmäßige Bibelarbeiten und Gottesdienste statt und dort leben auch zwei Geistliche Brüder (wenn man das auf Deutsch so nennt... die, die ihren genauen Status kennen nennen sprechen sie zu mindest mit “Brother” an).
Neben bezahlten Mitarbeitern helfen auch viele Frauen und Männer ehrenamtlich in Pangarap Foundation.

Meine Arbeit in dem Projekt findet vor allem im Educational-Assistance-Program statt. Ich gebe mittlerweile regelmäßige English- und Computer- Tutorials für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. In einer Klasse sitzen im Normalfall ca. 10 Kinder.
Gestern hatten wir unsere erste Basketball Session mit den Jugendlichen, die jetzt jeden Freitag morgen stattfinden soll.
Auch helfe ich bei verschiedenen Anlässen. Z.B. haben ich und mein Mitbewohner Manuel, ein anderer Deutscher Weltwärts-Freiwilliger mit dem ich zusammen im gleichen Projekt arbeite, ein Schachturnier für Kinder organisiert und mit Hilfe von einigen Freiwilligen Jugendlichen durchgeführt. Zu Anfang habe ich mich hier doch etwas gelangweilt und hatte nicht all zu viel zu tun. Das hat sich zum neuen Jahr jedoch geändert. Zwar habe ich noch keinen vollen 8-Stunden- Arbeitstag, doch ich fühl mich mittlerweile ganz gut beschäftigt.
Und jetzt zu einem etwas unangenehmeren Thema:
Pangarap Foundation braucht Hilfe!!
Ich kann nicht von mir behaupten über die finanzielle Situation genau bescheid zu wissen, doch weiß ich, dass 2 Sonsoren, die Pangarap über 10 Jahre unterstützt und so das Weiterbestehen der Organisation gesichert hatten, dieses Jahr vorrausichtlich abspringen werden. Das war wohl von Anfang an so abgeklärt, doch Pangarap hat bisher noch keine neuen Langzeit-Sponsoren gefunden und ist daher auf einzelne Spenden angewiesen. Die Probleme sind offensichtlich: Zum neuen Jahr wurden einige feste Pangarap Mitarbeiter entlassen. Zur Zeit finden viele Meetings statt, in denen Diskutiert wird wie es zukünftig weiter gehen soll, z.B. steht das Fortbestehen der Arbeit mit den Jugendgangs auf der Kippe und die Möglichkeit besteht, dass dieser Bereich dieses Jahr vollständig aufgegeben wird. Ohne Glück und mit viel Pech könnte es sogar sein, dass Pangarap Foundation über kurz oder lang geschlossen werden muss!
Und da kommt IHR ins spiel meine lieben, fleißigen Blogleser!! Ich wollte euch nämlich bitten zu überlegen ob ihr jemanden kennt der bereit wäre für ein Soziales Projekt in den Philippinen zu spenden! ;-)
Auch kleine Spenden verschaffen Pangarap Zeit um neue Sponsoren auf zu treiben und mit 10€ kann man hier wesentlich mehr erreichen als in Deutschland.
So... Ich hoffe ich habe das schön erklärt und euch vielleicht davon überzeugt, dass Pangarap Foundation ein unterstützenswertes Projekt ist!
Wenn ihr vielleiiiiicht Interesse habt oder sonstige Fragen stellen möchtet schreibt mir einfach ne E-Mail.

gorschumacher@hotmail.com

Hier noch einige Bilder, ein wenig durcheinander aber hoffentlich aussagekräftig:

Die Parade zum "Children's Month" letztes Jahr.
Fragt mich nicht warum, aber das Bild hat sich beim Hochladen gedreht.
Ich bin zu faul es nochmal zu versuchen, will es euch aber nicht vorenthalten ;-)

Das war nach der Parade

Das "Feeding Programm" täglich um 11 Uhr

Das "Child Minding Centre" oder auch Kindergarten

Ein Livelyhood Seminar für Erwachsene. Das Thema ist mir grade entfallen...

Die gar nicht so schlecht ausgestattete Bibliothek

Unser Schachturnier :)

Weihnachtsfeier im Kindergarten

Kids beim Computer unterricht. Wir haben leider nur 3 PC's also teilen wir die Gruppe auf.
Während einige am Computer sitzen (das geht auch manchmal zu zweit oder zu dritt) langweilen wir den Rest mit Theorie.

Kuya Gregor hilft bei Schwierigkeiten

Hier unterrichtet Manuel Englisch... glaube ich.. 

Freitag-morgen-Basketball
Mangels passender Fußbekleidung spielen die meisten mit Flip-Flops oder Barfuß

HARHARHAR!! Bauchfrei aber dennoch eindrucksvoll :D 

Ahh, nochmal ich mit Tüchtigen EAP Schülern und funktionierenden PC's

Kompetentes Lehrerteam!

Und fleißige Schüler/innen

Sister Susan und ihre ALS-Students


Donnerstag, 3. Februar 2011

Hallo mal wieder!
Auf der Arbeit tut sich viel. Mitte Januar hat sich einiges hier geändert aber dazu schreibe ich im nächsten Eintrag. Ich erzähl jetzt erstmal Kurz vom letzten Wochenende, damit der Eintrag über meine Arbeit dann ganz oben steht. Soll ja keiner sagen ich würde hier nur Urlaub machen :)
Wir (ich und vier andere Freiwillige) haben uns nachts um 2 in einen Klapprigen Bus gesetzt und sind fröhliche 6 Stunden bei einer viel zu kalten Klimaanlage gen Norden gezuckelt nach La Union. Eine Gegend in der man auch auf Luzon gut Surfen kann.
Dort ein billiges Resort Gemietet (Das Badezimmer dürfte ca. 2,5 m² groß gewesen sein, ohne Klobrille, ohne Klospühlung und ohne Dusche... was will man mehr? :D) Bretter ausgeliehen und erstmal ne Stunde Surf-unterricht genommen. Der stellte sich nicht als besonders Hilfreich heraus, da das English der Kuyas zu wünschen übrig ließ (und unser Tagalog leider auch) und so haben wir's nach einer Stunde einfach selber weiter probiert... und es war der Hammer!
Ich hab selten ein anstrengenderes Wochenende erlebt. Einfach den ganzen Tag auf dem Wasser... Erst einmal das Brett raus auf's Meer zu bringen ist eine Aufgabe für sich. Ich paddel und paddel und paddel und hab wieder flotte 2 Meter rausgeholt und WATSCH! haut mir die Welle ins Gesicht und spült mich wieder 1,5 Meter zurück zum Strand. Ich huste und spucke und bin froh, dass es mich nicht vom Brett gehauen hat, gucke hoch und WATSCH!... naja so ungefähr.



Naturtalent?

komm schooon...

*Trommelwirbel*

Und Tusch! Total lässig :P

Und auch der Sascha

Das ist der typische "Ich bin total am Ende von der letzten Welle aber MUSS sofort wieder raus!!" Blick :P

Der Fabian und Michse nach getaner Arbeit

Und da haut's den Felix weg :)

Manuel und Felix versuchen cool aus zu sehen



Das passiert wenn man denkt "Jaa ich bin voll in der Welle! Jetzt nur noch aufstehen und...
scheiße das Board ist vorne eingetaucht!"

Und das passiert dann auch

Und sowas auch manchmal...
Wer ganz genau hinschaut dürfte in der Mitte des Bildes einen roten Fleck mitten in der Welle ausmachen
Dabei dürfte es sich um einen verzweifelt strampelnden Felix handeln

Perfekter Einstieg

Uuuuuuund.......

*Platsch!*

*Doppelplatsch*

Soviel dazu. Bis morgen dann!

Donnerstag, 6. Januar 2011

Palawan 06.01.2011

Soo. Wir waren über die Dezember Feiertage auf Palawan. Noch ne wunderschöne Insel. Obwohl es in jedem Reiseführer steht kam es mir sehr untouristisch vor! Superbillige "Hotels", so nah am Strand, dass die Flut fast gefährlich nah kommt und man nachts das Meer rauschen hört für 300 Pesos (ca.5€) pro Hütte (2-4 Personen). Dafür hat man dann halt einen Boden mit Ritzen zwischen den Holzplanken und keine Toilettenspühlung und Klobrille, aber genau so hatten wir vor Urlaub zu machen. 
Auf diesen Inseln gibt es kaum große Konzerne wie McDonalds oder so, überwiegend selbstständige Leute, die sich ein Boot zusammengebastelt haben und es an Touris vermieten. Dann geht zwar auch schonmal auf hoher See der Keilriemen flöhten aber was solls :D


Am Flughafen

Auf Palawan war mir das erste Mal auf den Philippinen ohne aircon kalt!
Nass auf einem Boot bei voller Fahrt kann der Wind ungemütlich werden.

Sind das Mangroven? Ich glaube schon...

Das sind Palmen :D Und der Gregor mit Kokosnuss.

Und der Gregor mit Kaputter Kokosnuss...

"You need Sunglasses?"
Wir mussten das ein oder andere fragwürdige Verkehrsmittel in Anspruch nehmen. 
...ungefähr Halbvoll das Dach...



Die Fahrt war wunderschön! Ein grünes Panorama nach dem anderen.
Und ab und zu brüllt ein Philippino, der sich auskennt "Low!" Und alle ducken sich unter einem Stromkabel oder einem Ast.


Hier haben wir den "Underground River" besucht. Ein natürlich entstandener unterirdischer Fluss.


Unser guide hat gesagt das hier sähe aus wie ein Dinosaurier Kopf...

Palawan ist sehr Sumpfig. Einige der wenigen Gegenden auf den Philippinen
auf denen es Malaria gibt... aber ich habe gehört hier soll es auch schon seit 10 Jahren keinen Fall mehr gegeben haben.

Wir laufen nichtsahnend durch die Pampa. Plötzlich höre ich hinter mir Schreie.
Ich dreh mich um und denke es wäre wer weiß was aus dem Busch gekrochen und würde uns anfallen... da hängt an Luisas (eine andere Freiwillige) dieser Bursche hier dran und zerrt an ihrer Tasche! Hat sich dann mit einer Rolle Klopapier vom Acker gemacht. :D

Zurück vom River ging es zu Fuß. Der Weg war als "Monkey Trail - 5km" ausgeschildert.
Klang wie eine nette Tour durch den Wald für groß und klein...


Es war Tierisch hart! Auf und ab über Stock und Stein, durch Schlamm, Blätter, Spinnen und Reptilien... da dauern 5 km einige Stunden

Unser Heiligabend am Strand. Weihnachtsstimmung kam nicht grade auf (trotz wichteln) trotzdem war es schön.


Island-hopping auf Palawan. 



Das hier war das Beste Restaurant der Welt! Mit Echtem Müsli echter Milch!


Und echtem Brot!
...und einer Kellnerin, die sich Jede Bestellung merken konnte (und auch auf Anraten unsererseits nicht aufschreiben wollte) und die Rechnung korrekt auseinander Rechnete und einfach perfekt war und erst 16 war oO

Nüsse


"Alle aussteigen und runter klettern, der Bus steckt im Schlamm fest"
Die coolen Fotos war es wert!